Nur jeder 6. Haushalt in Deutschland verfügt über einen ausreichenden Notvorrat für den Ernstfall. Das zeigt: Die größte Hürde ist meist nicht das Wissen, sondern der Einstieg und die Frage, wie man am besten anfängt.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) ist die zentrale Stelle für Empfehlungen zur Notfallvorsorge in Deutschland. Es rät: Jeder Haushalt sollte für mindestens zehn Tage autark vorbereitet sein – drei Tage gelten dabei als absolute Untergrenze für den Einstieg.
Die eigentliche Frage ist also nicht ob man sich vorbereitet, sondern wie: ein fertiges Notfallset kaufen oder selbst zusammenstellen? Beide Wege haben gute Gründe für sich – dieser Beitrag vergleicht sie im Detail, mit den konkreten Mengen, auf die es laut BBK ankommt.
Was gehört in ein Notfallset? Die wichtigsten Kategorien mit Mengenangaben
Unabhängig vom Weg – Notfallset kaufen oder selbst zusammenstellen – geht es im Kern immer um dieselben Kategorien. Das BBK gibt für den 10-Tage-Vorrat pro Person konkrete Richtwerte vor:
- Wasser: 20 Liter pro Person (2 Liter täglich – rund 1,5 Liter zum Trinken, 0,5 Liter zum Kochen)
- Getreideprodukte: 3,5 kg – Brot, Nudeln, Reis, Haferflocken, Zwieback
- Gemüse & Hülsenfrüchte: 4,0 kg – z. B. Konserven mit Erbsen, Mais, Tomatenmark
- Obst & Nüsse: 2,5 kg – getrocknet, als Kompott oder Konserve
- Milchprodukte: 2,6 kg – H-Milch, Käse, ggf. Milchpulver
- Fleisch, Fisch, Eier: 1,5 kg – als Konserve oder im Glas
- Fette: rund 0,4 kg – Öl, Butter, Margarine, Nüsse
Insgesamt kommen so etwa 14–15 kg Lebensmittel pro Person zusammen, kalkuliert auf rund 2.200 Kilokalorien pro Tag. Dazu kommen eine Hausapotheke, Hygieneartikel sowie Mittel zur Information (z. B. ein batteriebetriebenes oder Kurbelradio) und Kommunikation.
Fehlt eine dieser Kategorien vollständig, entsteht eine echte Lücke im Notvorrat – nicht nur eine unpraktische.
Notfallset kaufen: Die Vorteile eines fertigen Sets
Ein fertiges Notfallset wie unser BSSD Defence Notfallset Zuhause ist bereits nach den BBK-Empfehlungen zusammengestellt und deckt die Grundversorgung für 72 Stunden ab. Der größte Vorteil: Es ist sofort einsatzbereit. Keine Recherche, keine Einzelteile zusammensuchen, kein Risiko, eine Kategorie zu übersehen.
Fertige Sets für 1–2 Personen kosten meist zwischen 200 und 300 Euro – ein einmaliger, klar kalkulierbarer Preis. Das macht ein fertiges Notfallset besonders praktisch für alle, die das Thema Krisenvorsorge zum ersten Mal angehen, wenig Zeit für Recherche haben oder einfach eine geprüfte Lösung im Schrank liegen haben möchten – etwa auch für einen Zweitwohnsitz oder das Fahrzeug.
Notfallset selbst zusammenstellen: Die Vorteile der Eigenlösung
Wer ein Notfallset selbst zusammenstellt, hat die volle Kontrolle über jede einzelne Kategorie: Menge, Marke, Qualitätsstufe – alles passend zum eigenen Haushalt. Bei der Eigenzusammenstellung lohnt es sich, die BBK-Mengen direkt auf die Haushaltsgröße hochzurechnen: 20 Liter Wasser pro Person werden bei einer vierköpfigen Familie zu 80 Litern, bei einem Paar zu 40 Litern – eine Rechnung, die ein fertiges Set in fester Größe nicht abbildet.
Das lohnt sich besonders für:
- Größere Haushalte (3+ Personen), bei denen sich Wasser- und Lebensmittelmengen entsprechend vervielfachen, ohne doppelte Ausrüstung wie Radios oder Werkzeuge kaufen zu müssen
- Besondere Ernährungsbedürfnisse – glutenfrei, Diabetes-geeignet, Babynahrung
- Haushalte mit Haustieren, die zusätzliche Wasser- und Futterreserven einplanen müssen
- Wer bereits Ausrüstung besitzt und gezielt nur fehlende Kategorien ergänzen möchte
Notvorrat anlegen: Was häufig vergessen wird
Auch bei sorgfältiger Eigenzusammenstellung schleichen sich typische Lücken ein:
- Medikamentenvorrat – insbesondere bei regelmäßiger Einnahme, idealerweise für den vollen 10-Tage-Zeitraum
- Bargeld in kleinen Scheinen – bei Stromausfall funktionieren Kartenzahlung und Geldautomaten nicht
- Ausreichend Batterien für Radio und Taschenlampe, unabhängig vom Gerät selbst
- Hygieneartikel über die Grundausstattung hinaus – Zahnpflege, Feuchttücher, Müllbeutel
- Zusätzliches Wasser für die Zubereitung, wenn Trockenprodukte wie Nudeln oder Reis im Vorrat sind
Eine einfache Faustregel hilft: Kategorie für Kategorie durchgehen, mit den BBK-Mengen als Richtwert – nicht Produkt für Produkt, so wird nichts übersehen.
Notfallset kaufen oder selbst zusammenstellen: Kosten und Zeitaufwand
Ein fertiges Set kostet meist 200–300 Euro für 1–2 Personen und ist innerhalb weniger Tage lieferbar. Die Eigenzusammenstellung erfordert mehr Zeit – für Recherche und den Kauf einzelner Produkte über sieben Kategorien hinweg – bietet dafür aber die Möglichkeit, gezielt in bestimmten Bereichen zu sparen (z. B. bei Trockenprodukten) oder gezielt zu investieren (z. B. in einen leistungsstärkeren Wasserfilter), statt einen pauschalen Preis für alles zu zahlen.
Wer profitiert von welcher Option?
Der Einzelhaushalt oder das Paar in der Stadtwohnung – begrenzter Stauraum, wenig Zeit für Recherche. Ein fertiges Notfallset deckt die eigene Haushaltsgröße ab, ohne dass man sich mit sieben Produktkategorien und Mengenrechnungen beschäftigen muss.
Die Familie mit mehr als zwei Personen – braucht deutlich mehr Wasser und Lebensmittel (z. B. 80 statt 20 Liter Wasser bei vier Personen), aber nicht zwangsläufig doppelte Ausrüstung wie Radios oder Werkzeuge.
Der Zweitwohnsitz oder das Ferienhaus – ein Set im Schrank, ohne für jeden Standort eine eigene Recherche zu machen.
Haushalte mit besonderen Bedürfnissen – Allergien, Haustiere, Medikamente – hier zahlt sich die individuelle Auswahl aus.
Häufige Fragen zum Notfallset
Was gehört in ein Notfallset? Mindestens 2 Liter Wasser pro Person und Tag, Lebensmittel für rund 2.200 kcal täglich (aufgeteilt auf Getreide, Gemüse, Obst, Milchprodukte, Fleisch/Fisch und Fette), ein Erste-Hilfe-Set, Hygieneartikel sowie Mittel zur Information und Kommunikation wie ein batteriebetriebenes Radio.
Wie viel Wasser braucht man im Notfall? Das BBK empfiehlt 2 Liter pro Person und Tag – für einen 10-Tage-Vorrat also 20 Liter pro Person. Bei Kindern, hohen Temperaturen oder gesundheitlichen Einschränkungen sollte mehr eingeplant werden.
Wie lange sollte ein Notfallset reichen? Das BBK empfiehlt, für mindestens zehn Tage autark vorbereitet zu sein. Ein Notvorrat für 72 Stunden gilt als praktikabler Einstieg, deckt aber nicht die vollständige Empfehlung ab.
Was kostet ein Notfallset? Fertige Notfallsets für 1–2 Personen liegen meist zwischen 200 und 300 Euro. Die Eigenzusammenstellung kann je nach gewählten Produkten günstiger oder teurer ausfallen.
Notfallset kaufen oder selbst zusammenstellen – was ist besser? Es gibt keine pauschale Antwort. Ein fertiges Set eignet sich für einen schnellen, unkomplizierten Einstieg. Die Eigenzusammenstellung eignet sich, wenn besondere Bedürfnisse abgedeckt werden müssen oder wenn die Haushaltsgröße von der Standardauslegung eines fertigen Sets abweicht.
Fazit
Ob Notfallset kaufen oder selbst zusammenstellen – entscheidend ist, dass Sie überhaupt vorbereitet sind, mit den richtigen Mengen: 20 Liter Wasser, rund 14–15 kg Lebensmittel und die passende Ausstattung pro Person für 10 Tage. Ein fertiges Set nimmt Ihnen die Entscheidung ab und ist sofort einsatzbereit. Die Eigenzusammenstellung braucht mehr Zeit, dafür passt am Ende jede Kategorie exakt zu Ihren Bedürfnissen.
Unser BSSD Defence Notfallset folgt den BBK-Empfehlungen und ist ein solider Ausgangspunkt – ob als vollständige Lösung oder als Basis, die Sie individuell ergänzen.
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